Straßlach-Dingharting liegt im Münchner Süden und ist geografisch in der Münchner Schotterebene verortet. Im Westen des Gemeindegebietes von Straßlach-Dingharting fließt die Isar, welche zugleich die Grenze zu den benachbarten Gemeinden darstellt. Die Kommune ist eher ländlich geprägt, liegt jedoch zunehmend im Spannungsfeld eines starken Siedlungsdrucks aus der Landeshauptstadt München.
Immer deutlicher werden die Anzeichen des Klimawandels. Nicht nur die immer länger andauernden Hitzeperioden und der daraus resultierender Trockenstress, sondern z.B. auch Extremwetterereignisse wie Starkregen führen immer deutlicher vor Augen, dass der Klimawandel längst im Gange ist und konkretes Handeln dringend gefragt ist. Es gilt die Lebensbedingungen für die zukünftigen Generationen zu sichern.
Mehr denn je kommt es darauf an, dass jeder einzelne sein eigenes Verhalten im Sinne des Klimaschutzes anpasst um eine Zunahme der Durchschnittstemperatur möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und dem Beschluss der Klimaschutzzielen von Paris im Rücken möchte Straßlach-Dingharting Verantwortung für die zukünftigen Generationen übernehmen und die Klimaschutz- und CO2–Reduktionsziele des Übereinkommens von Paris konkret vor Ort umsetzen.
Die Gemeinde Straßlach-Dingharting hat sich der Initiative „29++ Klima. Energie. Initiative“ des Landkreises München angeschlossen. Darüber hinaus tragen wir mit unserer gemeindlichen Nahwärmeversorgung im Gemeindeteil Straßlach aktiv zur Reduzierung von klimaschädlichem CO2 bei: Im Vergelich zum Betrieb einzelner Gas- oder Ölheizungen emittiert unsere Heizzentrale bis zu 80% weniger CO2.
In den Gemeindeteilen Straßlach und Hailafing haben wir schon jetzt ambitionierte Maßnahmen im Bereich der Klimaanpassung umgesetzt: Durch den Bau von Rigolen in Straßlach und die Errichtung eines Walls in Hailafing flankiert von einer Straßenabsenkung, werden die Anwesen unserer Bürgerinnen und Bürger bei Starkregenereignissen vor Überflutungen geschützt.
Das integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung: Klimaschutzkonzept
Die Gemeinde Straßlach-Dingharting verfolgt langfristig die Klimaschutzziele des Landkreises München und der Bundesregierung. Aus diesem Grund wurde 2021 die Stelle der Klimaschutzmanagerin in der Gemeinde geschaffen.
Ab Juli 2021 wurde ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt. Mit der Beantragung der Förderung „Erstvorhaben Klimaschutzkonzept und Klimaschutzmanagement“ erhielt die Gemeinde eine finanzielle Förderung für die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes und der konkreten Umsetzung der Maßnahmen vor Ort.
Die Fördermittel wurden im Bewilligungszeitraum (01.07.2021 bis 30.10.2023) unter dem Förderkennzeichen 03K16846 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ausbezahlt.
Direkt im Anschluss startete die Gemeinde in das Vorhaben „KSI: Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzepts und Klimaschutzmanagements in der Gemeinde Straßlach-Dingharting – Anschlussvorhaben“ mit dem Förderkennzeichen 67K16846-1. Im Klimaschutzkonzept wurden insgesamt 19 Maßnahmen aus den Handlungsfeldern erneuerbare Energien, Mobilität, klimaangepasste Gemeindeentwicklung und Beratung und Beteiligung festgelegt. Im Förderzeitraum zwischen 01.11.2023 und 31.10.2026 wird die Umsetzung dieser Maßnahmen nach und nach angestoßen. Straßlach-Dingharting soll klimafreundlicher werden, möchte seine Treibhausgase reduzieren und damit seinen Teil zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 beitragen.
Unterstützt werden wir hierbei durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die Nationale Klimaschutzinitiative. Das Projekt wird über die Zukunft Umwelt Gesellschaft (ZUG) abgewickelt.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Weitere Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative erhalten Sie hier
Die Themen Klima und Umwelt sind von hoher Bedeutung für die Gemeinde Straßlach-Dingharting. Zwischen der Großstadt München und dem Alpenvorland ist die Gemeinde Teil eines Spannungsfeldes zwischen urbanem Raum und ländlicher Umgebung.
Damit die Natur in diesem Spannungsfeld erhalten bleibt bzw. aufgewertet wird, setzt die Gemeinde konkrete Projekte um. Diese Projekte sind innerhalb vielfältiger Handlungsfelder, wie Natur, Klima, Mobilität etc. angesiedelt. Alle Handlungsfelder sind jedoch stets miteinander verbunden und wirken sich aufeinander aus.
Bereits im September 2015 hat sich der Gemeinderat mit der Sanierung des Straßlacher Weihers befasst. Verschiedene Konzepte von Ingenieurbüros wurden dem Gemeinderat vorgelegt. Die ersten Ansätze wurden allesamt verworfen. Im April 2020 stellte die Firma Kampschulte ein eigenes Konzept vor. Der Gemeinderat stimmte mit großer Mehrheit für die Gestaltung durch die Firma Kampschulte. Die Sanierung des Weihers teilte sich in zwei Abschnitte auf: 1. Sanierung des Gewässers und 2. Modellierung des erweiterten Umgriffs. Im September 2020 rollten bereits die ersten Bagger an. Die Sanierung des Gewässers ging weitgehend problemlos vonstatten.
Aufgrund des langen Winters 2020/2021, der schlechten Witterungsverhältnisse und der coronabedingten langen Wartezeiten für bestimmte Materialien kam es zu Verzögerungen.
Im Juli 2021 wurde der Straßlacher Dorfweiher fertiggestellt: eine Wohlfühloase, die sich in jeder Hinsicht sehen lassen kann. Unter anderem kann man auf der längsten Bank der Gemeinde sitzen, einer heimischen Eiche aus Beigarten. Von dort aus kann man das Postkartenmotiv, Weiher, Kirche, Wirtschaft und Maibaum genießen. Zum Entspannen gibt aus auf der Südseite einen Baumstamm in Form eines Sofas und eine Seebühne, von der aus man die Schwalben beobachten kann, wie sie im Vorbeiflug trinken. Umrandet ist der Weiher mit gebietsheimischen Pflanzen und Seerosen, die einen idealen Lebensraum für Amphibien und Insekten bieten. Im Süden befindet sich eine Retentionsfläche, die besonders für Amphibien ein artgerechtes Rückzugsgebiet bildet. Die ersten Frösche und Kröten haben den Weiher schon besiedelt.
Die Starkregenfälle im Juni 2021 hatten den Weiher vor seine erste schwere Bewährungsprobe gestellt, die er jedoch gut bestanden hat. Für begeisterte Wintersportler bietet der Weiher weiterhin die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen.
Mit Motorsäge und Baumschere bewaffnet zog am 26. Oktober ein durchmischtes Grüppchen am Deininger Weiher entlang, in das Moorgebiet am südlichen Ende des Weihers. Eigentümer des Gebietes sind unter anderem die Gemeinde Straßlach-Dingharting, der bayerische Naturschutzfonds, der Bund Naturschutz und private Eigentümer. Durch das Landratsamt München wurde die Aktion federführend begleitet. Dafür wurde mit der Stiftung Gute-Tat, dem Bund Naturschutz und Mitarbeitern des Unternehmens Sage GmbH zusammengearbeitet. Die Mitarbeiter des Unternehmens durften im Rahmen ihrer jährlichen bezahlten Ehrenamts-Tage einen Tag am Deininger Weiher körperlich für den Klima- und Artenschutz zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen arbeiten. Die Stiftung Gute-Tat hat dies durch das Verbinden von Unternehmen und Landratsamt bzw. Bund Naturschutz möglich gemacht. Nach einer Einführung in die Thematik Moor wurden Kleingruppen gebildet, die in Teamarbeit Entbuschungsarbeiten in einem Teil des Moorgebietes ausführten.
Das Deininger Moor entstand durch die Gletscher der Würm-Eiszeit. Durch Bewirtschaftung des Moores wurde dem Torfboden Wasser entzogen und der Torfkörper zersetze sich. So wurden klimaschädliche Gase freigesetzt. Teile des Moors wurden 2010, 2011, 2014 und 2015 im Rahmen des „Klimaprogramm Bayern“ deshalb durch Gehölzentnahme und den Verschluss von Gräben wiedervernässt. Durch das so zurückgehaltene Wasser kann die Moorfläche wachsen und die Freisetzung von Co2 wird so verhindert. Ein Hektar Moor speichert vergleichsweise 6-mal so viel Kohlenstoff wie ein Hektar Wald. Im Moor findet sich zudem eine beachtliche Lebensraumvielfalt, die sich je nach Standort unterscheidet. Im Flachmoor lassen sich andere Arten wiederfinden als im wenige Meter danebenliegenden Hochmoor. Das Deininger Moor leistet so einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Artenschutz. Eine Infotafel am Weiher informiert darüber. Durch Entbuschungsarbeiten wird dieser Beitrag unterstützt, indem verhindert wird, dass bestimmte Gehölze zur Verdunstung von Wasser beitragen und dem Moor Feuchtigkeit entziehen.
Jeder Besucher am Deininger Weiher kann ebenso tätig werden, indem die befestigten Wege nicht verlassen und so durch Trittschäden keine Regenerationsstadien bzw. Vegetation zerstört werden. Auch im eigenen Haus und Garten kann durch die Verwendung von torffreier Blumenerde zum Schutz und Erhalt von Mooren beigetragen werden.