Geschwister-Scholl-Forum

Zu Ehren des 100. Geburtstags von Sophie Scholl

Als Vorankündigung auf die Eröffnung des Geschwister-Scholl-Forums ab Januar 2022 gedenkt die Gemeinde zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl der Mitglieder der Weißen Rose und veranstaltet anschließend eine Ausstellung. Wegen den Corona-bedingten Auflagen ist ein Besuch der Ausstellung bis auf weiteres nicht möglich, weshalb der Eröffnungstermin nach hinten geschoben wird – voraussichtlich bis Juni 2021.

Wer waren diese Menschen, die im Zeichen der „Weißen Rose“ ihr Leben aufs Spiel setzten? Welchen Weg sind sie gegangen?

Die Ausstellung „Die Weiße Rose. Gesichter einer Freundschaft“, ist dem Gedenken an einen Freundeskreis, darunter die fünf Studierenden Alexander Schmorell, Sophie und Hans Scholl, Willi Graf, Christoph Probst, sowie der Universitätsdozent Kurt Huber gewidmet, die sich dem Terror des NS-Systems widersetzten und dafür 1943 hingerichtet wurden.
Sie nähert sich den Beteiligten über einen biographischen Zugang, der einer Verklärung zu heroischen Widerstandskämpfern entgegenwirken möchte. Die Mitglieder der „Weißen Rose“ kommen selbst zu Wort: in Briefen an Eltern, Geschwister, Freunde und in Tagebuchaufzeichnungen. Präsentiert werden Texte, Fotos, Dokumente, die dem Betrachter die Möglichkeit geben, sich den Ideen und Motivationen der einzelnen Personen zu nähern und ihre Handlungen zu begreifen.
Zentrales Motiv der Ausstellung ist die Freundschaft unter den Mitgliedern der „Weißen Rose“ und die daraus resultierende Dramatik ihres Handelns. Es soll deutlich werden, dass das Bild einer homogenen Widerstandsgruppe zu kurz greift: Die „Weiße Rose“ war keine heroisch-politische Organisation, sondern ein Freundschaftsbund, der ohne programmatisch festgelegte Anweisungen wirkte.  „Warum?“ wurde für sie zur existentiellen Frage. Und es begann die Entwicklung von zunächst unpolitischen bis hin zu bewusst politisch handelnden Menschen, die sich dem diabolischen System des NS-Regimes unter Einsatz ihres Lebens widersetzten.

Diese Ausstellung wurde von fünfzehn Studenten und Berufstätigen in Zusammenarbeit mit der Kulturinitiative Freiburg e.V. und in engem Austausch mit den Zeitzeugen erstellt und erlangte in Deutschland und Italien großen Erfolg.

Aufgrund der aktuellen Lage kann die Ausstellung nicht wie geplant durchgeführt werden. Sie wird voraussichtlich im Sommer 2021 nachgeholt. Die Gemeinde ist gleichwohl zum jetzigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl ein Zeichen setzen wollte.

Ab Januar 2022 soll das gemeindliche Geschwister-Scholl-Forum seinen Betrieb aufnehmen. Es ist ein örtliches Angebot zur politischen Bildung, das sich besonders an junge Menschen und Schüler, aber natürlich auch an Erwachsene richtet. Das Forum soll ein Ort der Begegnung sein. Eine Arbeitsgruppe wurde vom Gemeinderat beauftragt, das Forum bis zum Ende des Jahres optisch und inhaltlich mit Leben zu füllen.